Aufruf zum Streik in Berlin - Unsere Forderungen

Veröffentlicht am Di, 11/04/2008 - 21:40

Die miserablen Bedingungen im Bildungswesen führen nicht nur zu Frust, sondern endlich auch zu Widerstand! Bundesweit haben diesen Sommer 40.000 SchülerInnen gestreikt und am 12.11. werden wieder SchülerInnen aus über 25 Städten streiken. Auch Kanzlerin Merkel hat das Thema Bildung für sich entdeckt und lud zum Bildungsgipfel. Zu mehr als leeren Versprechungen sind die versammelten Landesregierungen aber nicht gekommen. In unserem Interesse wird nicht behandelt, deshalb müssen wir selbst für unsere Belange aktiv werden.

Am Mittwoch, den 12.11. treffen wir uns um 11.00 Uhr am Roten Rathaus (nahe U-Bhf / S-Bhf Alexanderplatz) um gegen den Bildungsnotstand zu demonstrieren. Komm mit, streike und protestiere mit uns für eine bessere Bildung!

Kostenlose Bildung für Alle

  • Kitagebühren weg
  • Büchergeld weg
  • Studiengebühren abschaffen
  • Förderung in der Schule statt selbstfinanzierte Nachhilfe Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein, sondern ist ein Recht für alle.

Bessere Ausstattung der Schulen und kostenlose Lehrmaterialien

Aktuelle Bücher und Gute Ausstattung von SchülerInnen und Klassenräumen mit Lernmaterialen und funktionsfähigem technischen Equipment um ein chancengerechtes Lernen zu ermöglichen!

Verkleinerung der Klassen auf Maximal 20 SchülerInnen -- dementsprechend mehr LehrerInnen

Heute sind Klassengrößen von 30 Schülern und mehr keine Seltenheit. Um auf die individuellen Fähigkeiten und Schwächen der einzelnen SchülerInnen einzugehen und den Stress im Unterricht abbauen zu können brauchen wir wesentlich mehr LehrerInnen und kleinere Klassen.

Eine Schule für Alle -- weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem

Das dreigliedrige Schulsystem bestimmt schon nach der Grundschule deinen Lebenslauf. "Tut mir leid, du musst auf die Hauptschule" das könnte auch heißen: "Du kannst schon mal üben wie man Hartz IV Anträge formuliert". Viele Talente verkümmern, und Leute, die sich nicht in das derzeitige Bildungssystem einpassen, werden einfach aussortiert. Eine Schule für Alle, könnte bei kleinen Klassen und viel Lehrpersonal auf die unterschiedlichen Vorlieben und Fähigkeiten eingehen, ohne Menschen auszugrenzen.

Nein zum Superstress: weg mit dem 12-jährigen Abitur

Die Verkürzung der Schulzeit bedeutet derzeit für viele eine Vollzeitarbeitswoche mit 38 Stunden - Lernen wird zum reinen Stressfaktor. Außerdem bleibt im verkürzten Abitur den LehrerInnen auch keine Zeit für eine individuelle Betreuung der SchülerInnen.

Ausbildungs- und Studienplätze für Alle

Eine gute Schulausbildung nutzt einem gar nichts, wenn man danach keinen Ausbildungs- bzw. Studienplatz findet. Deswegen sollte jeder die Möglichkeit haben, einen Ausbildungsplatz bzw. Studienplatz zu erhalten, auf den er Lust hat.

Demokratisierung der Schulen

  • SchülerInnen und LehrerInnen sollen gemeinsam die Lehrpläne und den Unterricht entwickeln
  • Wähl- und Abwählbarkeit des Schulleiters durch die Mehrheit der SchülerInnen und LehrerInnen und Eltern

Heute sind Schulen hierarchisch und ohne echte Mitbestimmung organisiert. Schüler sind vom Wohlwollen der Lehrer abhängig und Lehrer müssen unterrichten, was ihnen der Lehrplan vorschreibt. Aber wer, wenn nicht die "Betroffenen", also SchülerInnen und LehrerInnen könnten gemeinsam und gleichberechtigt entscheiden was sinnvoll zu lernen ist. Gleichberechtigung statt Machtstrukturen sind Grundlage gegenseitigen Respekts!

Alternative Unterrichtsformen aufbauen

Frontalunterricht ist pädagogisch gesehen schwachsinnig, erzieht zum blinden Gehorsam und lässt kaum Raum für Eigeninitiative. Projektarbeit, Gruppenarbeit, lernen in der "realen Welt", statt in stickigen Klassenzimmern ist lehrreicher und bringt deutlich mehr Spaß. Wir erkunden selber was uns interessiert, die LehrerIn und der Lehrer kann uns dabei unter-stützen.

Unternehmen raus aus den Schulen

  • Keine Privatisierung
  • Kein Verkauf von Schulgebäuden
  • Keine Werbung an Schulen

Über Sponsoring und Werbung nimmt der Einfluss der Konzerne auf staatliche Schulen und Unis immer mehr zu. In vielen Bundesländern sorgen in den Hochschulräten der Unis zum Großteil externe Wirtschaftsvertreter für eine Lehre in ihrem Sinne, Drittmittel fließen nur in wirtschaftlich interessante Fakultäten. Statt unabhängig und gesellschaftlich Sinnvolles zu lernen, wird immer mehr das gelehrt, was den Interessen einiger Unternehmen entspricht: So macht der Energiekonzern Vattenfall, der gerade in Hamburg ein neues Kohlekraftwerk baut, Schultouren wo er über Klimaschutz "aufklärt".

Wer soll das finanzieren?

Seit Jahren wird von Politik und Wirtschaft behauptet, dass nicht genügend Geld da sei. Für bankrotte Banken werden aber schnell mal 500 Milliarden Euro locker gemacht. Dagegen sind die vom DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) akut geforderten 30 Milliarden für das Bildungssystem peanuts. Das Geld ist also da, aber es wird lieber für teure Werbekampagnen, wie "be berlin" verprasst. Deswegen müssen wir selber für unserer Interessen eintreten und Druck machen: Wir wollen eine bessere Bildung - hier und jetzt!